Lesen Sie die Erfahrungsberichte unserer Patienten:

Monika Z.

Die Welt hat sich neu aufgetan

Ende 2008 betrug mein Hörvermögen trotz optimaler Hör-geräteversorgung links lediglich noch 15 % und rechts gar nur 10 %. Das hätte für mich bedeutet, dass meine Zeit als Klassenleiterin an einer Schule beendet gewesen wäre. Dies wäre in zweifacher Hinsicht schlimm für mich gewesen: Ich hätte damit nicht nur meinen Beruf aufgeben müssen, sondern mehr noch meine Berufung. Zudem weiß ich gerade als Pädagogin, die tagtäglich mit Kindern zu tun hat, um die Bedeutung des guten Hörens für die geistige Entwicklung.

Um weiterhin aktiv im Berufs- wie im Privatleben bestehen zu können, entschloss ich mich zu einer CI-Operation. Im Januar 2009 setzte man mir in Koblenzer Bundeswehrzentralkrankenhaus (BWZK) rechts ein CI ein und schon im Februar hörte ich Frequenzen, die ich in den vergangenen Jahren längst vergessen hatte. Zwar klang es zunächst ein wenig blechern, aber ab diesem Moment begann mein neues Leben!

Endlich hörte ich wieder meine eigenen Schritte, das Plät-schern von Wasser, das Klingeln des Telefons und so vieles andere mehr. Und mit jedem Tag erlebte ich weitere Fortschritte bis mein Sprachverständnis nach einem halben Jahr wieder bei erstaunlichen 85 % lag. Im Dezember 2009 erfolgte dann die OP an meinem linken Ohr. Und heute, nach nur 5 Wochen, liegt mein Hörvermögen bei 65 %! Wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, würde ich es nur schwer glauben können. Aber so ist es.

Heute stehe ich wieder vor meinen Schülern und kann meinen Beruf weiterhin mit viel Freude ausüben. (M)ein großes Dankeschön gilt dem hoch motivierten Team der Firma BECKER und dem BWZK: Sie haben mir nicht zu viel versprochen!

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Ich bin es wert, mithören zu dürfen

Christiane B., 73 Jahre

Am 20. April 2004 erlitt ich einen akuten Hörsturz auf beiden Ohren und ertaubte plötzlich auf dem linken Ohr vollständig. Eine Operation konnte das linke Ohr nicht mehr reaktivieren.

In der Folge ließ ich mein rechtes Ohr, dessen Hörfähigkeit durch den Hörsturz auch gelitten hatte, durch ein Hörgerät versorgen. Eine Überlegung bei meinem damaligen Hörakustiker evtl. das linke Ohr durch ein Cochlear-Implantat therapieren zu lassen, schien für ihn abwegig, da ich ja noch auf meinem rechten Ohr hören könne. Sieben Jahre lebte ich mit diesem verminderten Hören, dem Verlust des Richtungshörens. Ich erlebte dies oft als sehr beeinträchtigend und belastend, vor allem in Gesprächssituationen, bei Veranstaltungen, in Räumen mit mehreren und vielen Menschen. Dann erfuhr ich vom 4. Bonner Patiententag“ Hilfe fürs Ohr“, der am 15. Oktober 2011 in der Bad Godesberger Stadthalle stattfand. Auf dem Patiententag wurden interessante hörverbessernde Operationsmöglichkeiten vorgestellt.

Der Funke sprang aber vollends über, als und wie Frau Dr. med. Yvonne Stelzig ihren Vortrag über die Chancen eines Cochlear- Implantates hielt. Ich nahm schon auf der Tagung Kontakt zu ihr auf und so fand ich den Weg zum Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz.

Bis zu diesem Zeitpunkt war mir auch nicht bekannt, dass nicht nur Bundeswehrangehörige dort behandelt werden können. Auf der Tagung stellte sich auch eine Gruppe von Menschen mit einem CI-Implantat vor, die sich alle ausnahmslos positiv über ihre Erfahrungen äußerten. Sehr beeindruckend fand ich den Bericht eines Vaters, der sich drei Jahre geweigert hatte, seiner von ihm getrennt lebenden Frau die Einwilligung für ein CI-Implantat bei seinem kleinen Sohn zu geben. Heute bedauere er seine Haltung, könne sich aber trösten, weil sein Sohn die verzögerte Entwicklung durch seine Hörlosigkeit durch das CI-Implantat habe wieder aufholen können.

Am 10. November 2011 begannen für mich im Koblenzer Bundeswehrkrankenhaus die Voruntersuchungstermine, am 02. und 30. Dezember folgten die weiteren. Zwischenzeitlich hatten mir meine Beihilfe und auch meine Privatversicherung aufgrund der eingereichten Diagnosen durch Frau Dr. Stelzig eine Zusage für die Versorgung mit einem Cochlear-Implantat gegeben. So wurden am 10. Januar 2012 die Voruntersuchungen für die OP durchgeführt. Am 13. Januar 21012 wurde ich von Prof. Dr. Jacob operiert. Fünf Tage blieb ich stationär im Bundeswehrkrankenhaus und die ärztliche Versorgung war sehr gut. Vier Wochen musste ich auf die Erstanpassung warten.

 

Dann kam der große Augenblick:

  • Ich konnte Geräusche auf meinem linken Ohr hören.
  • Ich konnte Wörter auf meinem linken Ohr hören und verstehen. 
  • Ich konnte einfache Sätze auf meinem linken Ohr hören und verstehen.

Die Akustiktherapeutin Frau Ingrid Eikmeier,- von ihren pädagogischen Fähigkeiten hatte ich schon im Vorfeld gehört-, Frau Dr. Stelzig, Herr Becker als Hörakustikmeister, der sich viel Zeit für die Einstellung meines CI-Gerätes genommen hatte, alle freuten sich über meine Begeisterung. Bei der zweiten Hörprobe nach 14 Tagen konnte ich schon kleine Sprachstücke hören und verstehen.

 

Jetzt heißt es: üben, üben, üben,…

Es gibt langsam gesprochene Nachrichten, die ich am Computer mit meinem CI hören kann. Es gibt Hörbücher, in die ich reinhören kann. Frau Eikmeier leiht mir Hörbücher aus, die ich über den Computer ohne Zuhilfe meines anderen Ohres hören und immer besser verstehen kann. Das Üben macht mir Freude und so überfordere ich mich nicht.

Ich bin sehr dankbar, dass es CIs gibt, dass ich eins habe und ich im Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz diese kompetente und unterstützende Betreuung bekom-men konnte und weiterhin habe.

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Durch gutes Hören kann ich bessere Arbeit leisten

Andrea S.

Eigentlich dachte ich, dass mich nach zwei Schlaganfällen nach der Geburt meines dritten Kindes nichts mehr aus der Bahn werfen könnte, aber es kam schlimmer.

Im März 2009 wurde ich mit dem Verdacht auf einen Hörsturz in eine Klinik in Wiesbaden eingeliefert. Es folgend zwei Wochen mit Infusionstherapie. Ich hatte Schwindelanfälle die über Stunden gingen auch schon früher gehabt. Die Diagnose lautete „Stress“. Dass ich das Gefühl hatte immer schlechter zu Hören wurde ignoriert. So vergingen die Monate mit vielen Schwindel- Brechattacken. Das Hören wurde immer schlechter, keiner nahm mich mehr ernst. Die Familie und Freunde zweifelten. Es gab ja auch Tage an denen es mir einigermaßen gut ging.

Im Juni 2009 endlich ein Arzt der mich für voll nahm. Die Diagnose Morbus Meniere und beginnende Taubheit auf dem linken Ohr. Es folgte eine Saccotomie. Die leider ohne Erfolg blieb. Der Schwindel hatte mein Leben im Griff. Es folgte der Rückzug aus dem Freundeskreis. Ich hatte irgendwann einfach keine Lust mehr ständig zu sagen… Sorry kannst du das wiederholen ?? Ich hab es nicht verstanden. Weder an Autofahren noch an geradeaus Laufen war zu denken. Hey, die ist betrunken hieß es beim Einkaufen.

Es folgte eine Reha im Februar 2010. Es tat gut Kontakt zu haben zu Menschen denen es ähnlich erging wie mir. Plötzlich war klar ich bin nicht die Einzige. Dort erhielt ich einen Rollator, der mich beim Laufen unterstützen sollte. Klasse, knapp 40 und ein Rollator und fast taub. Was hatte mein Leben noch für einen Sinn? Aber ich hab mein Schicksal, mit der Unterstützung meiner Familie und einiger weniger Freunde, hingenommen. Der Schwindel und die Brechattacken blieben. Dort hörte ich zum ersten mal von einem CI. Laut Aussage der Ärzte war mein Ohr aber noch zu gut um ein CI zu erhalten. Es wurde mir eine CROS-Versorgung in meine Brille eingebaut. Das Hören war ohne schon schlecht, aber mit CROS…. Es war zum Heulen.

Im Juli 2010 entschloss man sich in zu einer Labyrinthektomie. Ich wusste was auf mich zukam. Ich war auf dem linken Ohr taub. Aber die Schwindel-Brechattacken wurden stetig weniger. In der Klinik riet man mir zu einer erneuten Reha. Im September 2010 war es dann soweit. Ab zur Reha Nummer zwei. Ich hatte keine Lust mehr auf Krankenhäuser, Rehakliniken oder sonst was. Wie sollten die mir helfen??? Ich wurde eines besseren belehrt. Der Rollator wurde mir weggenommen, und dank intensiver Krankengymnastik und Schwindeltraining konnte ich nach zwei Wochen, zwar wackelig aber ohne Rollator gehen. Ich erhielt Beratungsgespräche über eine CI Versorgung. Die ersten Tests wurden gemacht. Am Ende der Reha stand fest. Ich bin geeignet für ein CI. Die Vorfreude war riesig.

Anfang Oktober dann der große Moment. Die ersten Untersuchungen in Koblenz. Es hieß sobald die Genehmigung da ist können wir operieren. Im Januar 2011 erhielt ich mein Implantat. Die OP verlief ohne Komplikationen. Dann der 04.02.2011 die Erstanpassung bei Herrn Saul. Oh mein Gott! Ich konnte die Stimme meines Lebensgefährten hören. Eine Frau lief im Flur auf und ab. Ich konnte das Klappern ihrer Absätze hören. Ein überwältigendes Gefühl. Die folgenden Wochen hab ich viel trainiert. Mir Hörbücher ausgeliehen zu Büchern die, ich zu Hause hatte. Es war jedesmal eine große Freude nach Koblenz zu fahren und zu wissen, mit jeder Einstellung wird es noch besser.

Ich habe noch keinen einzigen Tag die Entscheidung für mein Cochlear Nucleus bereut. Ganz im Gegenteil. Heute gehe ich Vollzeit arbeiten und genieße mein Leben mit allem was dazu gehört.

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Mein Kind muss in der Schule alles hören, dafür ist jeder Aufwand richtig

Hans H.

Mein langer Weg zurück in die Familie

1975 – also mit 37 Jahren besuchte ich auf Anraten meines Chefs einen HNO-Arzt, mit der Bitte, mein Gehör zu kontrollieren. Obwohl ich bei Gesprächen immer wieder nachfragen musste, wurde ich von dem HNO-Arzt als guthörender Patient eingestuft. Erst mit 47 Jahren (1985) bekam ich ein Hörgerät verordnet. Dieses war ein Innenohr-Gerät welches ich aus vielerlei Gründen nicht tragen konnte. 1997 mit 59 Jahren bekam ich von meinen neuen HNO-Arzt, K. Eid, Linz beidseitig Innenohr-Hörgeräte verordnet. Mir tat sich vorübergehend eine neue Welt des Hörens auf.

Im Dez. 2006 war aber meine Taubheit so weit fortgeschritten, dass ich trotz der Hörgeräte, auch bei Familienzusammenkünften oder im Freundeskreis, nach ca. 15 Minuten einschlief.

 

Mein o.g. HNO-Arzt verordnete mir zwei Hinterohr-Hörgeräte.

Bei der Anpassung beim Akustiker der Firma Becker in Linz stellte sich heraus, dass nur noch das rechte Ohr mit einem Hinterohrgerät zu therapieren war, links war mir nicht mehr zu helfen. Hier könnte nur noch ein Implantat helfen.

Der Schreck saß tief – 1. ein Implantat was ist das??

2. am Kopf operieren? n e i n !!!!

Trotzdem überwies mich Herr Drillkens von der Firma Becker aus Linz zu seinem Kollegen Herrn Saul nach Neuwied. Doch auch Herr Saul konnte mich und meine Frau in einem einstündigen Gespräch nicht ganz überzeugen. Wir ließen uns jedoch von ihm einen Termin bei Frau Dr. Stelzig im BwZK Koblenz machen. Wir hatten in der Zwischenzeit Gelegenheit nachzudenken und stellten einen regelrechten Fragebogen zusammen. Bei dem Gespräch mit Frau Dr. Stelzig wurden uns alle Punkte erklärt und ihr gelang es mich zu überzeugen, war ich doch wieder einmal nach 15 Min. eingeschlafen.

Heute kann ich den allen vorgenannten Beratern nicht genug dankbar sein. Der Termin für die Implantation des wurde auf den 12. Febr. 2007 festgesetzt. Nun galt es, den Rest der Familie zu überzeugen, was aber gar nicht mal so schwer war.

 

Es ist geschafft dachte ich, nachdem die vorbereitenden Untersuchungen im BwzK Koblenz zügig vorangegangen und abgeschlossen waren. Doch Pustekuchen – was war mit meinem Antrag bei der TK Koblenz geschehen Auf telefonische Nachfrage erhielt ich die Antwort der Antrag ist nach Bielefeld geleitet worden.
Doch Bielefeld fühlte sich nicht zuständig (Entfernung) und leitete den Antrag nach Mainz zum Medizinschen Dienst zwecks Beurteilung. Wir hatten bereits den 3. Febr. und ich sah meinen OP-Termin dahin schwinden. Erst auf Druck meiner lieben Frau wurde die Kostenübernahme am 6. 2. tel. vorab genehmigt. Zum OP-Termin lag die schriftliche Bestätigung vor. Nun lief alles wie von selbst. am 12.2. bekam ich mein Implantat und am 17.2.wurde ich entlassen und war happy.

Am 23.2.2007 spielte mir mein Körper einen Streich, ich litt unter schweren Gleichgewichtsstörungen und musste erneut für 10 Tage ins BwZK und kam an den Tropf. In dieser Zeit am 2.3.2007 bekam ich meine erste Anpassung. Ich hätte die ganze Welt umarmen können, Tränen der Freude und des Glückes flossen. Ich konnte hören und verstehen – meine Frau, Frau Keil-Becker, Frau Dr. Barac´ und Herrn Saul. Leider hielt dieser Zustand des Verstehens nur 3 Tage an und ein langer, langer Weg des Hörtraining begann.

Zusammen mit meiner lieben Frau wurden täglich 3 bis 4 Stunden Hörtraining absolviert. Das Hören mit dem Implantat machte so riesige Fortschritte, dass wir einen festgebuchten Urlaub im Mai antreten konnten. Doch gerade im Flugzeug sitzend versagte die Technik. Mein Sprachprozessor gab den Geist auf. Was tun????
Herr Saul wurde von meiner Frau tel. benachrichtigt und er sorgte dafür, dass mir ein Ersatzgerät geliefert wurde. Innerhalb von 4 Tagen war das geschehen (wir waren schließlich in Ägypten) wir waren glücklich. Die Freude war kurzfristig sehr groß, aber leider war die falsche MAP gespeichert. die restlichen 2 Wochen waren schrecklich – links war ich jetzt taub und rechtshörte ich nicht viel. Heute kann ich sagen: wenn die Technik funktioniert bin ich links wieder voll hörfähig und ich hoffe, dass ich bald auch rechts ein Hörimplantat bekomme.

Der Weg zurück in meine Familie war lang – es hat sich gelohnt. Zum Schluß möchte ich allen Beteiligten ganz herzlich danken. Auch will ich nicht versäumen allen Schwerhörigen Mut zu zusprechen und den Schritt zu einem Hörimplantat zu wagen – es lohnt sich. Ich bin wieder in der Welt der Hörenden.

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Hören mit zwei Ohren ist nicht so anstrengend

Karin H. erzählt als betroffene Ehefrau:

 Endlich zurück………

ein langer Weg liegt hinter uns und wir sind froh ihn gegangen zu sein, aber von vorne:

vor 44 Jahren lernte ich meinen „hörenden“ Mann kennen. Er war aufgeschlossen und zugänglich. Mit den Jahren verlor sich dass, denn er wurde schwerhörig. Was das für uns bedeutete weiß jeder, der selbst davon betroffen ist. Alles wurde versucht, mit Innenohr-Hörgeräten – erst eins dann zwei und zum Schluß – Hinterohrgerät. Dann die schockierende Aussage: Herr H. ich kann ihnen nicht mehr helfen, hier hilft nur ein Implantat.

Der erste Gedanke – nein und nochmals nein. Doch am 16.12.2006 änderte sich meine Einstellung erheblich, wurde mir zum ersten male bewusst, wie schlecht mein Mann hören konnte.

Frau Dr. Stelzig sprach mit ihm und deckte zwischendurch ihren Mund mit der Hand ab, ja das war ein Schock, denn es kam nicht bei ihm an. Nach 15 Min. Unterhaltung ging es auch hier wie immer bergab und mein Mann schlief kurz ein.

Da waren wir beide überzeugt, der Weg für uns ging nur noch mit Implantat weiter. Jeder der mit einem schwerhörigen Menschen zusammenlebt, kennt dieses zermürbende Misstrauen, “““na, soll ich wieder was nicht mitbekommen, soll ich rausgehen damit ihr sprechen könnt““““ – das gehört der Vergangenheit an. Wir haben den Schritt getan – nach OP und Anpassung begann ein Weg der „Arbeit“ – nämlich Hörtraining. Jeden Tag übte mein Mann 3-4 Std. Auch ich tat ein wenig dazu und half so gut ich konnte.

Kurz gesagt ich bin sehr stolz auf meinen Mann, denn diesen Schritt zu tun war nicht einfach – er tat es für uns alle. Jetzt ist er wieder mittendrin in der Familie. Wir sind alle dankbar und wünschen uns, dass das zweite Implantat bald genehmigt wird.