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Im einem CI-Zentrum arbeiten unterschiedliche Fachkräfte zusammen: Von links nach rechts: Dan Hilgert Becker ; Stefan Saul (Akustiker); Vicktoria Dessauer (Ergotherapeutin und Hörtrainerin) Ingrid Eikmeier-Stindt (Schwerhörigenpädagogin, Musiktraining) Dr Yvonne Stelzig HNO Ärztin Leiterin des CICentrums Rhein Mosel Lahn) PD Dr Roland Jacob (Leiter der HNO Abteilung am BwZK)

Mit einem großen Festakt feierten über hundert Teilnehmer, Ärzte, Patienten, Interessenten, sowie geladene Festredner das Bestehen des Cochlea-Implantat Centrums am BundeswehrZentralkrankenhauses in Koblenz. Dazu hatte die Abteilung Hals-Nasen-Ohrenheilkunde unter der Leitung von Herrn PD Dr. med. Roland Jacob und Frau Dr. med. Yvonne Stelzig zusammen mit Ihrem Team eingeladen.
In den letzten zehn Jahren hatte sich ein lebendiges, engagiertes Team bestehend aus Ärzten, Pädagogen, Hörakustikern, Audiologen u.v.m. zusammen gefunden, um anderen Menschen das Hören, das Zuhören und das Verstehen wieder zu geben.
Zum Glück gibt es hervorragende Möglichkeiten eine Schwerhörigkeit, die nicht mit mehr mit normalen Hörgeräten behandelbar ist, mit sogenannten Cochlea Implantaten (CI) zu versorgen. Diese kleinen technischen Hörcomputer bestehen aus zwei Komponenten. Einem Sprachprozessor, der genau wie ein Hinter dem Ohr zu tragendes Hörgerät verwendet wird und ein unter der Haut eingepflanztes Implantat. Der Sprachprozessor nimmt den Schall auf, verarbeitet diesen und überträgt diese Signale via Funk auf das Implantat, welches über den Hörnerv das Hörzentrum im Gehirn stimuliert. Um diese aufwendige Therapie erfolgreich durchzuführen, müssen alle Teammitglieder Hand in Hand zusammen arbeiten. Dass dieses gut gelungen ist, wird mit einer hohen Akzeptanz bei den Betroffenen erlebt und mit dieser Veranstaltung gefeiert. Mit Stolz kann das CI-Centrum auf eine erfolgreiche Geschichte zurückblicken. So gelang es ihr, die gesamte Fachwelt von der Idee zu überzeugen, dass man auch einseitig Ertaubten die Chance geben sollte, zum beidohrigen Hören zu kommen.
Gemeinsam mit Herrn Detlef Fischer berichtete Frau Dr. med. Yvonne Stelzig über diese erste CI Versorgung bei einem einseitig ertaubten Soldaten im Jahre 2005. Mit vielen erfolgreichen Implantationen hat sich das Centrum Rhein-Mosel-Lahn national und international in den folgenden Jahren etablieren können. Mit dem CI nicht nur Sprache, sondern auch wieder Musik genießen zu können, wurde unterhaltsam von Frau Eikmeier-Stindt, Pädagogin am CI-Centrum zusammen mit dem Trios Everson vermittelt.
Grußwörter an die Gäste richteten der Chefarzt der Klinik, Dr. Michael Zallet und der Stellvertretende Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundeswehr und Kommandeur Gesundheitseinrichtungen, Dr. Detlev Fröhlich. Sie betonten die zentrale Bedeutung und Erhaltung des guten Gehörs, nicht nur für die Zivilisten, sondern gerade auch für die Soldaten. Dabei wurde mit besonderem Dank die Arbeit des CI-Centrums anerkannt.
Als Festredner äußerten sich auch Prof. Dr. med. Roland Laszig, Ordinarius an der Albert Ludwig Universität in Freiburg. Er gehört zu den Pionieren der CI-Versorgung in Deutschland und schilderte die Historie und Entwicklung des Cochlea- Implantates eindrucksvoll.
Prof. Dr. med. Joachim Müller, Leiter des CI-Centrums der Ludwig Maximilian Universität in München, ist Vorreiter der beidseitigen CI-Versorgung und schilderte den damals doch schwierigen Weg zu dieser Erkenntnis.
Ab 15.00 Uhr war es dann soweit. Es folgte im Anschluss das jährliche Grillfest. Zudem alle Teilnehmer der Veranstaltung herzlich eingeladen waren. In großer geselliger Runde wurde diese Einladung dankend angenommen und so klang die Veranstaltung fröhlich aus.

 
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Oben links:
Im einem CI-Zentrum arbeiten unterschiedliche Fachkräfte zusammen: Dan Hilgert Becker ; Stefan Saul (Akustiker); Vicktoria Dessauer (Ergotherapeutin und Hörtrainerin) Ingrid Eikmeier-Stindt (Schwerhörigenpädagogin, Musiktraining) Dr Yvonne Stelzig HNO Ärztin Leiterin des CICentrums Rhein Mosel Lahn) PD Dr Roland Jacob (Leiter der HNO Abteilung am BwZK)
Rechts: die Festredner aus Freiburg Prof Dr Roland Laszig Ordinarius der Universität Freiburg und Prof Dr Joachim Müller Leiter des CI Zentrums an der LMU München
Unten links: Das Trio Everson demonstrierte zusammen mit Frau Ingrid Eikmeier Stindt ein Musiktraining für Implantatträger.

 

ZUR Information:

Was ist ein Cochlea-Implantat?

Das Cochlea-Implantat (kurz: CI genannt) ist eine hoch-effiziente Innenohrprothese.
Die ersten Entwicklungen fanden vor allem in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts statt. Zusammen mit Naturwissenschaftlern und Medizinern wurden die ersten CIs entwickelt und für ertaubte Patienten einsetzbar.
Das erste CI in Deutschland wurde schon 1984 von Prof. Dr. E. Lehnhardt (Medizinische Hochschule Hannover) eingesetzt, wenige Jahre später erfolgte dort auch die erste Implantation bei einem gehörlosen Kind.
Somit steht uns diese Technik seit fast 30 Jahren zur Verfügung, dennoch wissen die meisten Menschen kaum etwas darüber.

Das Cochlear Impant

1 Prozessor; 2 Spule; 3 Elektrode; 4 Hörnerv Quelle: Firma Cochlear

 

Das CI besteht aus einem externen und einem implantierten Teil. Der Sprachprozessor (1) Teil (bestehend aus dem Sprachprozessor mit Spule) wird hinter dem Ohr getragen und verarbeitet die eingehenden akustischen Signale. Die Spule (2) ist über einen Magneten mit dem Implantat verbunden und gibt diese Signale an das Implantat weiter. Dieses wiederum regt über den Elektrodenträger (3) mit seinen Kontakten die Nervenzellen (4) des Ohres an, die den Haarzellen nachgeschaltet sind.
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Für die Übertragung verwenden die Hersteller verschiedene Kodierungsstrategien (eine Technik, wie das Gehörte in elektrische Impulse umgewandelt wird). Die Elektroden können den Hörnerv gleichzeitig (parallel) oder nacheinander (sequenziell) stimulieren. Bei der gleichzeitigen Stimulierung können zwei oder mehr Elektroden den Hörnerven reizen, bei der sequenziellen Stimulierung geschieht dies nacheinander.
Trotz unterschiedlicher Strategien bei der Kodierung zeigt sich, dass das erreichte Sprachverstehen bei allen Herstellern etwa gleich gut ist.
Die technischen Entwicklungen der letzten Jahre sind rasant. Sowohl Implantate als auch die Prozessoren werden immer kleiner und somit auch komfortabler für den Alltag. Auch die Operationstechniken wurden standardisiert und in ihren Risiken minimiert. Die Programmierung (Fitting) des Implantats wurde vereinfacht, die Bandbreite der Hörprogramme im Gegenzug stark erweitert.

 

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Pressemitteilung zum 10Jahre CIC als PDF

 

Sehr geehrter Damen und Herren,

hiermit möchte ich Sie bitten, über die Veranstaltung vom 23. August 2013 zu berichten.
Ich habe mir erlaubt eine Vorlage anzufügen und Bildmaterial bereitzustellen.

Das Cochlea Implant Zentrum Rhein Mosel Lahn versorgt seit jetzt 10 Jahren hochgradige schwerhörige und ertaubte Patienten mit implantierbaren Hörhilfen. Es handelt sich um eine aufwendige Versorgung, die jedoch den Menschen ein fast normales Hören wieder schenken kann.
Mittlerweile befassen sich die Zentren mit dem Musikhören über solche Implantate und bei Kinder mit dem Fremdsprachenunterricht.
In den 10 Jahren konnte diese Komplexe Versorgung hier im raum Koblenz/nördliches Rheinland Pfalz etabliert werden. Bislang wurden hier über 200 Patienten mit einem solchen Implantat versorgt
Die wissenschaftliche Anerkennung dieses Zentrums wurde von den beiden Festrednern (Prof Laszig; Ordinarius der Universität Freiburg und Prof Müller Leiter des CI Zentrums LMU München) vorgetragen.

Mit freundlichen Grüßen
Priv.-Doz. Dr. Roland Jacob
klinischer Direktor HNO Abteilung
Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz