präsentiert das erste Open Ear Concert

Ein Konzertprojekt für „leise“ Ohren in anspruchsvollem Ambiente

Wieder Musik mit CI- oder Hörhilfen erleben

Die Ästhetik des Hörens spielt für unser Empfinden eine ganz besondere Rolle. Etwas kann sich angenehm anhören, oder schön klingen. Dieses Sinneserlebnis hat zur Musik geführt, eine besondere Kunst in der Ästhetik des Hörens.

War man allgemein vor wenigen Jahren noch überglücklich, wenn man mit einem CI oder Hörgerät endlich wieder lautsprachlich kommunizieren konnte, so möchte man heute neben den rationalen sprachlichen Höreindrücken auch wieder das Emotionale im Gehörten erleben und genießen können. Das dies möglich ist, haben einige empirische Untersuchungen bereits aufzeigen können. Rein physikalisch ist das Hören von Musik genauso möglich wie das Sprachverstehen, zumal die Grundparameter die gleichen sind. Geben wir uns in der Rehabilitation größte Mühe, um wieder ein adäquates Unterscheiden aller Phoneme der deutschen Sprache zu erreichen, lassen wir die CI-Träger auf dem Weg – sich wieder in die Musik einzuhören- oft allein. Einige wenige Projekte beweisen, dass ein aktives Ausprobieren von Instrumenten bzw. ein angeleitetes Musikhören zu guten Erfolgen führen kann.

Ein Team von Fachleuten hat sich des Themas angenommen und zum OpenEarConcept© zusammengeschlossen, um in einem Forschungsprojekt akustische Konzepte für Hörpatienten zu entwickeln. Der Leiter des CI-Zentrums der HNO-Abteilung des Bundeswehrzentralkrankenhauses in Koblenz Dr. Roland Jacob, die Gehörlosenpädagogin Ingrid Eikmeier-Stindt und der Instrumentalpädagoge und Tontechniker Frank von Häfen arbeiten seit einigen Monaten an technischen Konzepten zur Verbesserung des Musikhörens bei Livekonzerten und Methoden der Aufbereitung der Musik-Medien.

Dabei muss man die schwere Frage untersuchen, was Musik eigentlich ausmacht: Den Unterschied zwischen einem hässlichen Geräusch und einem Wohl-Klang zu verstehen.

Möglichkeiten für angenehmes MUSIK-Hören sind:

  • Die Auswahl angenehmer Instrumente
  • Anpassung der Stimmlagen
  • Ausgleich fehlender akustischer Elemente
  • Ein geeignetes Tempo
  • Die Anzahl von Instrumenten/Stimmen
  • Anzahl der Musikstücke in Folge
  • Verschiedenartigkeit und Komplexität der Musikgenre
  • Hervorhebung des Hauptthema eines Stückes uvm

Hierfür wurden die Erkenntnisse einer Jugend-forscht-Arbeit von Tobias Jacob ausgewertet, die aufzeigte wie viel Klang in einem Hörgerät verloren geht. Durch eine tontechnische Beeinflussung der Darbietung kann dieses Defizit ausgeglichen werden. Unterstützt wird das Team bei der Umsetzung ihrer Idee von dem Instrumental-Trio Everson – Piano, Saxophon und Marimbaphon – und der A-capella Gruppe „Die komischen Harmoniker“ aus Vallendar, sowie dem Tonstudio Klangzeit.com.

Zurzeit wird mit musikalisch vorgebildeten CI-Trägern empirisch untersucht, welche Maßnahmen zu einem angenehmen und natürlichen Klang führen. Bei Patiententagen wird im Tonstudio mit den Probanden eine technische Einstellung erarbeitet, die es ermöglicht bei späteren CD-Produktionen und Bühnenkonzerten eingesetzt zu werden. Die verschiedenen Voraussetzungen der Implantate und Hörgerätemodelle bringt eine Flut an Parametern mit sich, die bei der Erstellung einer allgemeingültigen Formel berücksichtigt werden müssen.

Ursula von der Leyen, Ministerin für Verteidigung und promovierte Medizinerin, hat die Schirmherrschaft gerne übernommen und verfolgt das Projekt mit großem Interesse. Der Lions Club Koblenz Rhein Mosel unterstützt die Idee mit einem Sponsoring, so dass der Eintrittspreis pro Karte nur 15 € beträgt.

Diese Ergebnisse werden am 10. Januar 2015 in einem LIVE „OpenEarConcert©“ – ein Konzert für leise Ohren im Schloss Montabaur hörbar und lassen die Musik wieder zum Genuss werden. In einem anspruchsvollen Ambiente auf Schloss Montabaur sollen besonders CI-Träger bzw. mit Hörhilfen versorgte Menschen Gelegenheit erhalten, Musikdarbietungen unter besonderen Bedingungen zu genießen.

Wir wünschen allen Konzertbesuchern ein wunderbares Erlebnis als Start in das Neue Jahr 2015

OpenEarConcept
PD Dr Roland Jacob; Ingrid Eikmeier Stindt; Frank von Häfen

Das Konzert entsteht durch die Unterstützung der
Fa. Med-El; Fa. Cochlear ; Fa. Becker Hörakustik ; Fa Advanced Bionics und Fa. Phonak; Schlosshotel Montabaur