Grußwort der Bundesministerin der Verteidigung,
Frau Dr. Ursula von der Leyen,
für das OpenEarConcert am 10. Januar 2015 in Montabaur

Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Gäste! Gutes Hören ist für die meisten Menschen eine Selbstverständlichkeit, über die sie nicht weiter nachdenken. Dabei ist unser Gehörjedoch ein Sinnesorgan, dessen Bedeutung für unser Leben weit über den rein technischen Aspekt des Hören- Könnens hinausgeht. Denn für das tägliche Miteinander, das Zusammenleben, die Kommunikation und das Spüren von menschlicher Nähe spielt Zuhören-Können die Hauptrolle. Das Stichwort lautet hier: emotionales Hören. Es geht um die Nuancen, um den Beiklang der Emotionen in Stimmen oder in der Musik.

Trotz der modemen Möglichkeiten, bei Hörgeschädigten den Gehörsinn wiederherzustellen, können diese Feinheiten noch nicht wieder erlebbar gemacht werden. Hörgeräte sind derzeit nur auf die Verbesserung des Sprachverständnisses ausgelegt, nicht jedoch für die Musik. Das Musikerlebnis wird von daher nicht mehr als ein Genuss erlebt. Viele Betroffene erleiden so einen großen Verlust an Lebensqualität.

Rund die Hälfte der in den Einsätzen der Bundeswehr verwundeten Soldatinnen und Soldaten haben auch Verletzungen am Gehör erlitten. Die Bundeswehr versucht, die damit verbundene Einschränkungen im täglichen Leben sowie im Beruf durch möglichst weitgehende Rehabilitation des Hörvermögens so gering wie möglich zu halten.

Und gerade das emotionale Hören steht im Fokus. Die Experten der Bundeswehr für die Hörrehabilitation im Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz setzen ihre große Expertise dafür ein, das emotionale Hören bei den Betroffenen wieder zu fördern und damit auch Musik wieder wahmehmbarer zu machen.

Das OpenEarConcert zeigt, welche Möglichkeiten sich dazu bieten. Das Konzert ist so konzipiert, dass es die besonderen Hörbedürfnisse von Schwerhörigen, Hörgeräteträgem oder Hör-Implantatträgem berücksichtigt. Die Vorbereitungen waren deswegen sehr umfangreich: Der Raum wurde akustisch vorbereitet, die Stücke speziell ausgewählt und arrangiert und der Klang elektronisch aufbereitet.

Der heutige Abend stellt einen Versuch dar. Er soll zeigen, was technisch und organisatorisch möglich ist, um auch Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen ein weitgehend uneingeschränktes Musikerlebnis wieder zu ermöglichen.

Ich halte ein solches Konzert für ungeheuer wichtig, denn es gibt allen Hörgeschädigten ein wichtiges Zeichen, dass die Bemühungen nicht stillstehen, Ihnen wieder ein weitgehend normales Leben zu erfüllen. Sehr geme habe ich daher die Schirmherrschaft für den heutigen Abend übemommen.

Ich danke dem Lions-Club für seine Unterstützung und den Angehörigen des Bundeswehrzentralkrankenhauses Koblenz für ihre Mühen und Arbeiten, um den heutigen Abend möglich zu machen.

Ich wünsche allen Zuhörerinnen und Zuhörem ein wunderbares Musikerlebnis und einen schönen Abend.

Unterschrift Ursula von der Leyen

Die Bundesministerin der Verteidigung
Dr. Ursula von der Leyen